Die DPSG
DPSG: Das Wichtigste in Kürze

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) ist mit 100.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der katholische Pfadfinderverband in der Bundesrepublik. Der Verband wurde 1929 gegründet; nach Auflösung und Verbot 1938 erlebte die DPSG in den fünfziger Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Seit 1971 ist die DPSG ein koedukativer Verband für Mädchen und Jungen, Frauen und Männer. Die DPSG ist über den Ring deutscher Pfadfinderverbände Mitglied in der von Lord Robert Baden-Powell gegründeten Weltpfadfinderbewegung. Gemeinsam mit katholischen Pfadfinderverbänden aus anderen Ländern ist die DPSG Mitglied in der Internationalen Katholischen Konferenz des Pfadfindertums (CICS), die vom Heiligen Stuhl als internationale katholische Organisation anerkannt ist.
Struktur der DPSG

Die DPSG besteht aus 25 Diözesen, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Diese wiederum bestehen aus 136 verschieden grossen Bezirken, welche sich dann in die einzelnen 1269 Stämme unterteilen. Unser Stamm bildet zusammen mit 12 weiteren Stämmen (z.B. St. Ansgar, Swapingo, St. Anna usw.) den Bezirk München-Isar, der wiederum mit anderen Bezirken (z.B. München-Ost, Würm-Amper, Oberland,...) der Diözese München-Freising angehört. Folgendes Schema stellt die strukturelle Einbindung unseres Stammes, der Bezirke und Diözesen in die DPSG dar:

Die Geschichte der DPSG

1922 Gründung der Weltpfadfinderbewegung.
1928 Erste katholische Pfadfindergruppen gründen sich in Wuppertal, Beuthen, München, Berlin, Frankfurt/Main und Speyer.
1929 Altenberg, 7. Oktober: Die Stämme schließen sich zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zusammen. Sie werden in den katholischen Jungmännerverband aufgenommen. Aus den anfangs 800 Mitgliedern werden in den 30er Jahren 9000. Die DPSG verbindet die Gedanken der Pfadfinderbewegung mit denen der katholischen Jugendbewegung und betont gleichzeitig Einfachheit, Naturverbundenheit, Wahrhaftigkeit sowie die Freiheit jugendlicher Gestaltungskraft. Außerdem bezieht die DPSG Erwachsene in die Arbeit ein und nimmt von Beginn an Mitglieder aus allen sozialen Schichten auf.
1930 Die DPSG formuliert ihr Pfadfindergesetz, das bis 1971 in dieser Form Gültigkeit hat.
1934 Die Nationalsozialisten verbieten das Tragen von Kluft, Banner und Abzeichen. In den folgenden Jahren nimmt der Druck auf die Mitglieder des Verbandes zu, es kommt zu schweren Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend. Trotzdem gibt es immer wieder Zeichen der Eigenständigkeit - wie die Romfahrt 1935.
1936 Die Freiheit der Gruppen wird stark eingeschränkt. Die Georgspfadfinder brauchen viel Mut, wenn sie sich in der Öffentlichkeit jetzt noch zu ihrem Verband bekennen, so daß die Schar derer, die offen Mitglieder der DPSG bleiben, kleiner wird.
1937 Die Landespfadfinderschaften Münster, Paderborn und Trier werden durch die Gestapo zwangsweise aufgelöst.
1938 Der katholische Jungmännerverband und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg werden aufgelöst und verboten. Dennoch nehmen immer wieder einzelne Mitglieder Bedrohung und Verfolgung auf sich, weil sie am pfadfinderischen Leben als eigenständiger Alternative gegen die Repressionen des Nationalsozialismus festhalten. Ihnen ist es zu verdanken, daß auch in dieser Zeit ein jugendkulturelles Bekenntnis gelebt wird. Als "Gemeinschaft Sankt Georg" wirken Pfadfinder im Untergrund weiter. Manche wagen sogar den Kontakt zu ausländischen Pfadfindern und legen auf diese Weise den Grundstein für spätere Verständigung.
1945 Neugründung vieler Pfadfindergruppen auf örtlicher Ebene.
1946 Durch den erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg einberufenen Bundesthing wird eine neue Bundesordnung beschlossen.
1947 Die DPSG ist Mitbegründerin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
1956 Aufruf der Georgsritter (heute "Rover") zu einem Sozialwerk: In Westernohe im Westerwald entsteht in vielen Stunden Eigenarbeit ein Zeltlagerplatz und Ferienheim für behinderte Menschen - das heutige Bundeszentrum der DPSG.
1961 Aufruf zur ersten Jahresaktion: "Flinke Hände, flinke Füße schaffen ein Werk für körperbehinderte Jugendliche". Im Verlauf dieser Aktion kommen mehr als 250.000 Mark zusammen. Die Jahresaktionen mit wechselnden Schwerpunkten sind bis heute wichtiger Bestandteil der Arbeit der DPSG. Der 23. Bundesthing beschließt die Einführung der Jungpfadfinderstufe (11 bis 13 Jahre alte Jungen), außerdem werden die "Georgsritter" in "Rover" umbenannt.
1969 Beim 31. Bundesthing beschließt der Verband eine neue Satzung mit neuen Bezeichnungen: Bundesversammlung (statt Bundesthing), Vorsitzender (statt Feldmeister), Leiter (statt Führer). Außerdem wird eine pädagogische Diskussion angestoßen, die 1971 in der Neufassung der Ordnung des Verbandes mündet. Offiziell können Mädchen und Frauen nun Mitglieder der DPSG werden. Das Pfadfindergesetz von 1930 wird ersetzt und weitergeführt durch die "Grundlinien unserer Lebensauffassung": Leben in Hoffnung, Leben in Freiheit, Leben in Wahrheit, Leben in tätiger Solidarität. Inhaltlich orientiert sich die DPSG weg vom Waldläufertum hin zu einer Gruppenpädagogik, in der Kooperation und Verantwortung durch Erfahrung und Erleben gelernt werden sollen. Sie schwenkt so auf einen Weg ein, der direkt auf die Vorstellungen Baden Powells zurückgeht.
1984 Leiterkongress in Westernohe mit 4000 Teilnehmern.
1988 Zum Kongress "Exodus" kommen in Westernohe 6000 Leiterinnen und Leiter zusammen.
1990 Unter dem Motto "Wir haben Platz im Boot" ruft die DPSG zur jährlichen Solidaritätsaktion auf und wendet sich damit gegen die Verschärfung der Asyldebatte.
1992 Im "Wilden Sommer" sind 2000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Bundesrepublik unterwegs zu neuen Herausforderungen im eigenen Land. Zur Jahrewende treffen sie sich in einer stillgelegten Werkshalle der Glashütte in Ilmenau (Thüringen).
1993 Kindergipfel in Westernohe: Mehr als 1000 Kinder zwischen sieben und zehn Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet fordern "eine Welt, die uns gefällt".
1995 Die 57. Bundesversammlung beschließt die Einführung der Kindermitbestimmung auf Stammesebene. 20 rwandische Pfadfinderinnen und Pfadfinder werden aus dem Bürgerkriegsland ausgeflogen und von der DPSG aufgenommen. Im Verlauf der "Solidaritätsaktion Rwanda" kommen 700.000 Mark zugunsten des kriegsgeschüttelten Landes zusammen.
1996 Die DPSG startet die Kampagne "Tu es jetzt!" zum politischen Handeln, an der sich zahlreiche Gruppen vor Ort beteiligen. Gesellschaftspolitisches Engagement in sechs Themenbereichen ist Ziel der Langzeitaktion.
1997 4000 Leiterinnen und Leiter treffen sich in einem ehemaligen Eisenhüttenwerk in Duisburg zur Großveranstaltung "Power im Park". Das Treffen bildet den Höhepunkt der 1996 gestarteten Kampagne.
1998 5600 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aller Altersstufen treffen sich Pfingsten in Westernohe zum Auftakt der Jahresaktion "Flinke Hände, flinke Füße gestalten Zukunft für Westernohe".
1999 In der Aktion WölflingsWirbel setzen sich Kinder aus ganz Deutschland für mehr Kinderfreundlichkeit in ihrem Umfeld ein. Die 8- bis 10-Jährigen vergeben Noten für Spielplätze, malen den tristen Schulhof an, reparieren marode Fahrradständer am Bahnhof und vieles mehr. Besuche bei Kommunalpolitikern und die Zusammenarbeit mit der Lokalpresse führen in vielen Orten zu Verbesserungen. Die Aktion gipfelt in einem Besuch bei Bundesfamilienministerin Christine Bergmann. Rund 1000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder eröffnen in Koblenz die Jahresaktion "Movida Bolivia". Sie kommt in diesem Jahr unserem bolivianischen Pfadfinderverband zugute, der eine Schulung für Lehrer ins Leben rufen will. Gruppen in der ganzen Bundesrepublik sammeln anschließend Geld, um ihre Partner in Südamerika zu unterstützen.
2000 3000 Roverinnen und Rover feiern Pfingsten in Westernohe den Auftakt zu IZURO, dem Internationalen Zukunftsjahr der Roverstufe. Den Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung bildet die "Aussendung" zu internationalen Begegnungen in aller Welt, zu denen die Rover im Sommer starten.
Ziele, Pädagogik und Praxis der DPSG

"Verlaßt die Welt ein bißchen besser als Ihr sie vorgefunden habt!" Diese Aufforderung des Gründers der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden Powell, ist immer noch ein Leitwort für die Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Dabei fängt das Engagement für eine bessere Welt bereits zu Hause und im kleinen an. Ob es um die Integration von geistig und körperlich Behinderten geht, den Schutz der Umwelt oder ein besseres Zusammenleben von Deutschen und Ausländern: Pfadfinder sehen sich in der Verantwortung, Hilfe und Solidarität in ihrer nächsten Umgebung zu leisten. Völkerverständigung, interkulturelles Leben und der Einsatz für Weltoffenheit und Toleranz können die Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon in der Wölflingsmeute üben: In den Gruppen der DPSG zeigen deutsche und ausländische Kinder und Jugendliche, wie ein friedliches Zusammenleben aussehen kann. Dabei lernen sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Kulturen entdecken und erfahren das Fremde oder Unbekannte als Bereicherung. Auch die Intergration von behinderten Menschen hat in der DPSG eine lange Tradition: Bereits Anfang der 50er Jahre bauten die Rover im Westerwald eine Begegnungsstätte für behinderte und nicht behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene - das heutige Bundeszentrum der DPSG in Westernohe. In vielen Gruppen sind behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche gleichberechtigte Mitglieder. Als Teil einer weltweiten Bewegung setzt sich die DPSG seit jeher für Frieden, wechselseitiges Verständnis und solidarisches Handeln in den Beziehungen zwischen den Völkern ein. Die Zusammenarbeit mit Partnerverbänden vor Ort steht dabei im Mittelpunkt pfadfinderischer Aktivitäten. Unter der Devise "Entwicklung durch Partnerschaft" unterstützt die DPSG Gemeinschaftswesen in Bolivien, Benin, Burkina Faso, Rwanda und Togo.

Gemeinsam auf dem Weg in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam auf dem Weg. In Gruppen von Gleichaltrigen erleben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Gemeinschaft und übernehmen schrittweise Verantwortung für sich und die Gruppe. Dabei wird jedes Mitglied in seinen Wünschen und Hoffnungen ernstgenommen. Für sich und andere einstehen zu können, muß erst einmal probiert werden. Erwachsene Leiterinnen und Leiter unterstützen diesen Prozeß. Sie ermuntern die Mitglieder ihrer Gruppen, gemeinsam das Programm der Gruppe zu gestalten und darauf zu achten, daß es für jeden zu einer Bereicherung seiner Persönlichkeit wird. Sie begleiten die Kinder und Jugendlichen bei ihren Unternehmungen und sehen ihre Aufgabe vor allem darin, junge Leute in ihrer Entwicklung zu stärken und ihre individuellen Begabungen zu fördern. Auf diese Weise setzen sich die erwachsenen Leitungskräfte des Verbandes als Partner und Anwalt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen für deren Anliegen und Interessen ein. Pfadfinder sein heißt: Sich aufrichtig und offen in die Gruppen des Verbandes einbringen und gemeinsam mit anderen das Leben der Gruppe gestalten. Pfadfinder sein heißt: Vordringen in Gebiete, die noch niemand kennt. Pfadfinder sein heißt: Sich neuen Erfahrungen öffnen, sich auf Abenteuer einlassen, sich freimachen von Zwängen immer wiederkehrender Abläufe. Die Pfadfinderbewegung ist damit ein Weg für Menschen, die nicht steckenbleiben wollen im Erreichten und die sich für mehr Menschlichkeit, Frieden und eine lebenswerte Umwelt engagieren. Dabei orientieren sich die Mitglieder der DPSG am Evangelium Jesu Christi und an den Grundlinien unserer Lebensauffassung:

Leben in Hoffnung:Wir wagen den Aufbruch in ein neues Leben, indem wir uns gegenseitig etwas zutrauen und nicht jeder nur für sich handelt. Leben in Freiheit: Wir wollen Menschen sein, die reden, was sie denken und tun, was sie sagen. Dabei fordern wir von uns vor großen Aufgaben und in schwierigen Situationen den Mut zum Risiko. Leben in Wahrheit: Wir gehen den Dingen und Meinungen auf den Grund und gewinnen so unseren Standpunkt. Wir wollen Menschen sein, auf die man sich verlassen kann. Leben in tätiger Solidarität: Wir erkennen in jedem Menschen unsere Schwester oder unseren Bruder. Wo wir leben, halten wir die Augen offen für Unterdrückung und Benachteiligung.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder schließen sich in altersgemäßer Form zusammen. Kinder von 9 bis 12 Jahren heißen Wölflinge, von 12 bis 14 Jahren Jungpfadfinder. Jugendliche werden mit 14 Jahren Pfadfinder, und mit 16 Jahren Rover. Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters haben auch ganz unterschiedliche Wünsche, Vorstellungen und und Probleme. Aus diesem Grund setzt die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg in den Altersstufen jeweils andere Schwerpunkte. Während die Wölflinge spielerisch die Welt entdecken, steht bei den Jungpfadfindern das Abenteuer im Mittelpunkt. Pfadfinder beginnen, ihren eigenen Lebensstil zu finden, und Rover schließlich stehen bereits an der Schwelle zum Erwachsenwerden.
Das Stufenprinzip

Folgendes Schema stellt das Stufenprinzip der DPSG, das auch in unserem Stamm praktiziert wird, dar:



Wölflinge sind Kinder im Alter von 9-12 Jahren. In diesem Alter sind sie Forscher, Entdecker, Kundschafter und Kritiker. Sie wollen ihre Welt auch außerhalb des Elternhauses spielerisch entdecken. Für die Wölflinge geht es dabei um viele Dinge, die sich in der DPSG mit den vier Entdeckungsbereichen umschreiben lassen. Wölflinge schauen hinter die Dinge. Sie entdecken selber Unbekanntes und lernen dies kennen. Wölflinge finden zu anderen, wenn sie sich gleichberechtigt akzeptieren, können sie viel miteinander erleben, was alleine nur schwer machbar ist. Wölflinge finden zu sich selbst Sie lernen ihre Stärken und Schwächen kennen. Sie bilden sich eine eigene Meinung und äußern diese. Wölflinge erfahren, daß Gott für sie da ist. Sie machen positive Erfahrungen , wie hilfreich und wichtig Gott für sie sein kann. Die wichtigste Aktionsform in der Wölflingsstufe ist das Spiel. Die Wölflinge gebrauchen ihre Phantasie, finden Freunde, leben ihren Bewegungsdrang aus, und können sich im geschützten Rahmen ausprobieren. Spielerisch nehmen sie Kontakt auf untereinander, wie auch zum Leitungsteam. Die Kinder lernen im Spiel, sich selbst darzustellen sowie ein eigenes Selbstwertgefühl aufzubauen. Gleichzeitig entdecken sie auch die Fähigkeit, Rücksicht gegenüber Einzelnen oder der Gruppe zu nehmen. Kinder bestimmen mit. Die Wölflinge werden beteiligt bei der Gestaltung der Gruppenstunden, der Feste, der Lager, der Stammesversammlung. Sie werden ermutigt, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern. So werden erste Akzente gesetzt, Kinder zu selbstbewußten Menschen zu erziehen, die ihr Leben in die Hand nehmen. WölflingsleiterInnen übernehmen hierbei die Anwaltschaft für die Kinder, indem sie sich öffentlich für die Rechte und den Schutz der Kinder einsetzen. Das Leben ist ein Abenteuer. Die Wölflinge werden animiert Augen und Ohren offenzuhalten, miteinander etwas zu erleben, phantasievoll, kreativ und fröhlich ihr Leben zu meistern. Das Leben als Abenteuer zu begreifen heißt, ein spannendes, interessantes und intensives Leben zu führen. So können scheinbar alltägliche Dinge schon zum Abenteuer werden.

Jungpfadfinder sind Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Gemeinsam treffen sie sich (meist) einmal in der Woche zur Truppstunde. Ein Trupp besteht aus 10 bis 20 Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfindern. Im Jungpfadfindertrupp können die Kinder erfahren, was es heißt, in einer Gruppe zu leben. Sie lernen, sich auseinanderzusetzen, miteinander umzugehen, voneinander zu lernen, einander zu akzeptieren und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Dabei steht der Spaß am Zusammenleben im Vordergrund. Schwerpunkt des gemeinsamen Erlebens ist bei Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfindern das Abenteuer. Stück für Stück erobern sie ihre Welt, schauen hinter die Dinge und erfahren ihre Grenzen. Pfadfinderische Erziehung bedeutet Erziehung zu zunehmender Selbstbestimmung. Das heißt für Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder: Sie bestimmen das Truppleben und die gemeinsamen Unternehmungen immer mehr mit und gewinnen dadurch eine eigene Sicht der Dinge. Jungpfadfinder in der DPSG lernen, ihre Wünsche durch- und umzusetzen und dafür Verantwortung zu tragen. Sie nehmen so Einfluß auf ihr Umfeld und ihre Lebenswelt. Bei all diesen Erfahrungen stehen ihnen die Leiterinnen und Leiter als Wegbegleiter zur Seite. Das Leitungsteam fördert den Mut, offen über Träume und Ängste, Pläne und Hoffnungen zu sprechen und unterstützt die Kinder in ihrer Entwicklung.

Pfadfinder sind "Unternehmer" "Wage es, deinen Lebensstil zu finden, bekämpfe nicht Deine Träume," heißt die Aufforderung an die Jugendlichen im Pfadfinderalter. In ihrem Trupp erfahren sie Rückhalt und werden zugleich herausgefordert, ihre Träume und Ideen umzusetzen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation - ob allein oder in der Gruppe - ermutigt zum Handeln und stärkt die Freude an der Entscheidung. Pfadfinderalter (14 bis 16 Jahre). Im Mittelpunkt der Pfadfinderstufe steht das Unternehmen. Das Unternehmen ist für Pfadfinder ein außergewöhnliches Abenteuer dessen Zielpunkt neuartig ist unddeutliche Forderungen an alle individuellen Fähigkeiten stellt. Beim Unternehmen werden eingetretene Pfade verlassen und neue gefunden, indem die Jugendlichen ihre Fähigkeiten einsetzen, um ihre Träume zu verwirklichen. Einfallsreichtum und Kreativität werden dabei keine Grenzen gesetzt: Egal, ob die Pfadfinderinnen und Pfadfinder mit einem Straßentheater über Umweltverschmutzung informieren oder eine Trekkingtour durch Island planen - auf den Einzelnen in der Gruppe kommt es an: Jeder bringt seine individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Die Erziehung zur Verantwortung spielt in der Pfadfinderstufe eine wichtige Rolle: Der Pfadfindertrupp bestimmt sein Programm selbst. Pfadfinderinnen und Pfadfinder übernehmen Verantwortung für sich und andere und lernen, zu ihren Entscheidungen zu stehen. Leiterinnen und Leiter begleiten die Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Ermutigen - nicht bremsen, fördern - nicht hemmen, ernstnehmen - nicht mißachten sind die vordringlichen Aufgaben der Leitungsteams in dieser Altersstufe. Leiterinnen und Leiter werden in der Pfadfinderstufe immer mehr zu Freunden und Partnern. "Leiten mitten im Trupp" heißt das Leitungsverständnis in der Pfadfinderstufe.

Roverinnen und Rover in der DPSG; an der Schwelle zum Erwachsensein stehen die Roverinnen und Rover, die Mitglieder der ältesten Stufe der DPSG. Berufeinstieg oder Abitur und Studium, eigene Wohnung oder weiter im Elternhaus leben, Wehrdienst oder Zivildienst, Partnerschaft oder Single sein? Wie sieht meine Zukunft aus, wie steht es um meinen Glauben? Das sind einige zentrale Fragen der 16 bis 21 Jahre alten Jugendlichen. Rovergruppen bieten Rückhalt und die Chance, in der Auseinandersetzung mit anderen selbständig Antworten auf diese Fragen zu finden. Erwachsene begleiten die jungen Leute mit Rat und Tat. Sie sehen ihre Aufgabe vor allem darin, die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen zu fördern und ihre Entscheidungsfreude zu stärken. Denn Roversein heißt mehr als nur die eigenen Probleme zu diskutieren. Rover sind "unterwegs". Und "unterwegs sein" bedeutet auch: Raus aus dem Haus, ab auf die Straße und da hin, wo auch immer es was zu erleben - sehen - hören - tun gibt. Rovergruppen bieten Raum für Experimente: Ob im Engagement für eine gute Sache (z.B. für einen unserer Partnerverbände in Bolivien, für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt oder im Bereich der Behindertenarbeit) oder auf Reisen: Immer haben Roverinnen und Rover die Chance, sich selber in neuen Situationen auszuprobieren. Es gibt viel Raum für Spaß miteinander, Zeit zum Ideen- und Träumespinnen. So kann es den Roverinnen und Rovern gelingen, sich über ihre eigenen Vorstellungen von Gesellschaft und Leben klar zu werden und etwas daraus zu machen. Roverinnen und Rover lernen sich und Menschen aus anderen Kulturen kennen und organisieren ihre Abenteuer selbst. Rover tun auch etwas für sich: Warum nicht beispielsweise eine dreiwöchige Reise nach Kanada unternehmen, mit 1000 Mark in der Tasche, viel Organisations- und Improvisationstalent und einer Portion Mut im Gepäck? Die Roverinnen und Rover vom Stamm St. Elisabeth in Augsburg haben das kurzerhand gemacht. Und dabei die Niagara-Fälle bei Nacht, Rafting auf dem Ontario-River, Bungee-Jumping und einen einwöchigen Aufenthalt im Algonquin-Nationalpark erlebt! Worauf es ankommt ist: Alles ist denkbar und machbar! Dabei befinden sie sich auf den Spuren Baden-Powells, dem Gründer der Pfadfinderbewegung: "Ich habe mich immer daran gehalten, daß, wenn der richtige Geist vorhanden ist, es möglich ist, das 'un' aus dem Wort 'unmöglich' herauszuwerfen." Wer das einmal selbst erlebt hat, der ist auch nach der Roverstufe in der Lage, Jüngere zu begleiten und für sie Verantwortung zu übernehmen.
DPSG INTERNATIONAL

Freunde und Partner in aller Welt Die Pfadfinderbewegung (WOSM/WAGGGS) ist mit 32 Millionen Mitgliedern in 216 Ländern die größte Jugendorganisation der Welt. Gegenseitige Verständigung, Freundschaft und solidarische Hilfe über alle Grenzen, Kulturen und Sprachen hinweg ist deswegen einer der Leitgedanken der Pfadfinderbewegung. "Wo gegenseitige Achtung und Toleranz herrschen, da entstehen Sympathie und Harmonie. Wir mögen mithelfen am Wachstum von Frieden und Glück in der Welt und an der Zunahme des Wohlwollens unter den Menschen", rief der Gründer der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell, schon 1920 - zwei Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges - Pfadfindern aus 21 Nationen zu. 8000 Pfadfinder waren damals zum ersten internationalen Pfadfindertreffen in London zusammengekommen. Diese internationalen Treffen der Weltpfadfinderbewegung - Jamboree genannt - finden alle vier Jahre statt - zuletzt vom 28. Dezember 1998 bis zum 6. Januar 1999 in Chile. 31.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 160 Ländern waren unter dem Motto "Building Peace together" in einer riesigen Zeltstadt am Fuße der Anden zusammengekommen. Auch 250 Pfadfinder aus der DPSG waren dabei. Neben den Jamborees gibt es jedes Jahr viele Möglichkeiten für Pfadfinder unterschiedlicher Kulturen, einander zu begegnen: Nationale Lager werden häufig international ausgeschrieben, es gibt kontinentale Lager für alle Altersstufen, Begegnungstreffen, Arbeitseinsätze in aller Welt und vieles mehr. Doch nicht nur bei internationalen Treffen, sondern auch in festen Partnerschaften, die über Jahre gewachsen sind, erleben Pfadfinder die Internationalität ihrer Bewegung. So unterhält die DPSG auf Bundesebene lebendige Partnerschaften mit den Pfadfinderverbänden in Frankreich, Italien, Togo, Benin, Burkina Faso und Rwanda, dem Libanon und Bolivien. Darüber hinaus entstehen durch Begegnungen, Besuche und Gegenbesuche Partnerschaften in Diözesen, Bezirken und Stämmen. Inhalt dieser Partnerschaften ist nicht nur das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch über fremde Kulturen, sondern auch die solidarische Hilfe. Ausdruck dieser Hilfe sind auf Bundesebene die Jahresaktionen, mit denen die DPSG Projekte in den Partnerländern konkret unterstützt. Auf Stammes-, Bezirks- und Diözesanebene ergeben sich darüber hinaus immer wieder Hilfsaktionen und langjährige Unterstützung befreundeter Verbände in aller Welt mit viel persönlichem und finanziellem Einsatz.